Bei Vorstellungsgesprächen halten sich viele Arbeitgeber gerne an die Klassiker. Wenn Sie selbst das Gespräch führen, ist es wichtig, dass alles reibungslos verläuft. In diesem Leitfaden finden Sie Tipps, wie Sie ein klassisches Vorstellungsgespräch führen und einschätzen können, ob ein Bewerber zu Ihrem Unternehmen passt oder nicht. Wenn Sie sich an diesen Leitfaden halten, werden Sie die bestmöglichen Mitarbeiter für Ihr Unternehmen finden!

 

Ein klassisches Vorstellungsgespräch: Wie geht das?

Ein klassisches Vorstellungsgespräch ist eine der am meisten empfohlenen Methoden zur Beurteilung von Arbeitgebern und potenziellen Arbeitnehmern. Traditionelle Vorstellungsgespräche bieten beiden Parteien die Möglichkeit, sich gegenseitig unkompliziert kennenzulernen. Dabei können Arbeitgeber auch beurteilen, wie gut die Bewerber kommunizieren, schnell denken und Probleme lösen können. 

 

Ein typisches Vorstellungsgespräch besteht in der Regel aus einem persönlichen Gespräch zwischen dem Bewerber und dem Gesprächspartner. Der Gesprächspartner wird dem Bewerber Fragen zu seinen Qualifikationen, seiner Berufserfahrung und seinen Zielen stellen. Anschließend hat der Bewerber die Möglichkeit, dem Gesprächspartner Fragen zur Stelle zu stellen. Ziel des Gesprächs ist es, den Bewerber kennenzulernen und festzustellen, ob er für die Stelle geeignet ist. Der Interviewer wird auch die Kommunikationsfähigkeiten und die Fähigkeit des Bewerbers, schnell zu denken, beurteilen. Letztlich geht es darum, einen Bewerber zu finden, der nicht nur für die Stelle qualifiziert ist, sondern auch gut zur Unternehmenskultur passt.

 

Das Gespräch dauert in der Regel zwischen 30 Minuten und einer Stunde. Am Ende des Gesprächs trifft der Personalverantwortliche eine Entscheidung über die Einstellung des Bewerbers. 

 

Beachten Sie Folgendes bei einem klassischen Vorstellungsgespräch

 

  • Stellen Sie eine Liste von Fragen zusammen, anhand derer Sie feststellen können, ob der Bewerber gut zu Ihrem Unternehmen passt. So verlieren Sie den Fokus nicht, während des Gesprächs oder vergessen keine Aspekte, die wichtig für die Stelle sind.  
  • Bereiten Sie sich auch auf das Vorstellungsgespräch vor, indem Sie den Lebenslauf und die Bewerbung des Bewerbers prüfen. Wozu wollen Sie Nachfragen stellen? Was interessiert Sie speziell? 
  • Führen Sie das Gespräch in einer professionellen Umgebung, z. B. in einem Büro oder Konferenzraum, wo sie nicht gestört werden können. 
  • Machen Sie sich während des Gesprächs Notizen. So erinnern Sie sich auch nach Gesprächen mit anderen Bewerbern an das Interview. Notieren Sie sich am besten auch den ersten Eindruck von dem Bewerber. 

 

In 5-Schritten ein Jobinterview führen

 

  • Das Warm-Up: In den ersten Minuten eines Vorstellungsgesprächs geht es darum, die Bewerber in der Situation ankommen zu lassen. Nehmen Sie Platz, bieten Sie etwas zu trinken an und halten Sie nebenbei Smalltalk, besprechen Sie beispielsweise die Wetterbedingungen – denn dies dient zwei Zwecken: Es erleichtert die Aufregung der Bewerber und macht sie mit demjenigen bekannt, der in Ihrem Unternehmen ein Vorstellungsgespräch führt; vor allem aber wollen wir, dass unsere Mitarbeiter entspannt sind, wenn sie diese wichtigen Positionen einnehmen! Vergewissern Sie sich, dass bei der Ankunft alles in Ordnung ist, bevor Sie mit ernsteren Themen wie Arbeitsleistung usw. beginnen.
  • Das Talent stellt sich vor: Es folgt Phase Nummer zwei. Sie gehört dem Bewerber oder der Bewerberin. Er oder sie stellt sich vor. Im Kern geht es dabei um die folgenden Fragen: Welche Erfahrungen und Qualifikationen bringt er oder sie mit? Hat das Talent Ambitionen, sich beruflich weiterzuentwickeln? Nennt der oder die KandidatIn gute Gründe, warum Sie ihn oder sie einstellen sollten?
  • Sie stellen sich vor: Nun geht der Ball zu Ihnen über. Sie stellen sich und Ihr Unternehmen vor. Sprechen Sie über die Anforderungen an die Stelle, die Betriebskultur, Boni und Benefits, Karrieremodelle, Work Life Balance Angebote und das Teamgefüge.
  • Vertiefungsphase: In dieser Phase klären Sie alle Fragen, die bis hierhin offen geblieben sind. Beleuchten Sie zum Beispiel die Gründe für die Bewerbung oder hinterfragen Sie etwaige Unstimmigkeiten in den Bewerbungsunterlagen. Klassisch gehört auch die Frage nach Stärken und Schwächen in dieser Phase des Vorstellungsgesprächs und – ganz wichtig – die nach dem Gehalt.
  • Abschluss des Gesprächs: Nun sollten Sie alles Wichtige in Erfahrung gebracht haben und bringen das Gespräch langsam zu Ende. Begleiten Sie das Talent zum Ausgang und erläutern Sie ihm, bevor Sie sich voneinander verabschieden, wie es weitergeht. Wann kann der oder die BewerberIn zum Beispiel mit einer Antwort rechnen? Wie lange wird es dauern, bis das Einstellungsverfahren beendet ist?

 

Beispielfragen für Ihr Jobinterview

  1. Welche Erfahrungen haben Sie in diesem Bereich?
  2. Warum sind Sie an dieser Stelle interessiert?
  3. Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  4. Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
  5. Nennen Sie mir ein Beispiel für eine Situation, in der Sie mit einem schwierigen Kunden oder Mitarbeiter zu tun haben.
  6. Erzählen Sie mir von einer Situation, in der Sie über Ihre Pflicht hinausgehen mussten.
  7. Beschreiben Sie eine Zeit, in der Sie mit einer stressigen Situation fertig werden mussten.
  8. Was würden Sie tun, wenn Sie mit einem Problem konfrontiert wären, für das es keine offensichtliche Lösung gibt?
  9. Haben Sie bei der Arbeit schon einmal einen Fehler gemacht? Wenn ja, wie sind Sie damit umgegangen?
  10. Wie gehen Sie mit Konflikten innerhalb des Teams um?

 

Seien Sie auch auf Fragen des Bewerbers vorbereitet. Diese sehen typischerweise so aus: 

  1. Wie sieht ein typischer Tag in dieser Position aus?
  2. Wie sind die langfristigen Karriereaussichten für eine Person in dieser Position?
  3. Was sind die häufigsten Beschwerden, die Sie von Mitarbeitern hören?
  4. Was sind die größten Herausforderungen, die jemand in dieser Position bewältigen muss?
  5. Was ist der Führungsstil im Unternehmen?

 

Das geht nicht: Diese Fragen sind nicht erlaubt

Laut dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) dürfen keine diskriminierenden Fragen gestellt werden, die Themen wie folgende betreffen:

  • Familiensituation und Kinderwunsch
  • Gesundheitszustand
  • Politik
  • Finanzielles und Schulden
  • Sexualität
  • Religion
  • Vorstrafen

Erlaubt sind also nur Themen, die das Gehalt, die Stelle und die Motivation betreffen. 

Wie Sie generell Diskriminierung im Recruiting vermeiden erfahren Sie hier. 

 

Passt der Bewerber zu meinem Unternehmen?

Zunächst sollten Sie natürlich die Qualifikationen des Bewerbers prüfen. Verfügt er über die für die Stelle erforderlichen Fähigkeiten und Erfahrungen? 

Aber es geht nicht nur um die Qualifikationen und die Erfahrung des Bewerbers, sondern auch darum, ob er in die Unternehmenskultur passt. Es gibt ein paar Dinge, auf die Sie während und nach dem Vorstellungsgespräch achten sollten, um zu entscheiden, ob der Bewerber gut in Ihr Unternehmen passt.

  • Achten Sie zunächst darauf, wie der Bewerber mit den anderen Mitgliedern der Gesprächsrunde interagiert. Wirkt er angenehm und selbstbewusst oder ist er nervös und zurückhaltend?
  • Zweitens sollten Sie bei Fragen, die Ihnen einen Einblick in die Persönlichkeit und die Werte des Bewerbers geben, darauf achten, ob er den Charakter Ihres Unternehmens vertritt. Sie könnten ihn beispielsweise bitten, zu beschreiben, wann er mit einem schwierigen Kunden oder Mitarbeiter zu tun hatte. 
  • Schließlich sollten Sie sich die Zeit nehmen, um die Präsenz des Bewerbers in den sozialen Medien zu überprüfen. Es ist zwar nicht notwendig, mit all Ihren Mitarbeitern auf Facebook befreundet zu sein, aber es ist wichtig, sicherzustellen, dass ihre Werte mit denen Ihres Unternehmens übereinstimmen. 

Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl. Manchmal ist es schwer zu sagen, warum, aber vielleicht haben Sie einfach das Gefühl, dass ein Bewerber nicht der Richtige für die Stelle ist. Verlassen Sie sich auf Ihren Instinkt – wenn sich etwas komisch anfühlt, ist es das wahrscheinlich auch. 

 

Fazit 

Wenn Sie diese Tipps befolgen, können Sie ein gutes Vorstellungsgespräch führen und den besten Bewerber für Ihr Unternehmen finden. Denken Sie daran, sich gut vorzubereiten, sachdienliche Fragen zu stellen und durchdacht zu beurteilen, ob der Bewerber gut zu Ihrem Unternehmen passt oder nicht. Suchen Sie nach weiteren Tipps für die Einstellung von Mitarbeitern? Sehen Sie sich unsere anderen Blogbeiträge an!

 

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