Lange waren Quereinsteiger oder Quereinsteigerinnen im Recruiting nicht besonders beliebt. Das wandelt sich aber gerade. Viele Unternehmen sind zunehmend offen für Talente, die sich fachfremd bewerben. Dafür gibt es viele gute Gründe. Welche, das erfahren Sie in diesem Artikel.

Was sind Quereinsteiger:innen?

Bevor wir ins Thema einsteigen, wollen wir noch kurz die Frage klären: Was ist unter Quereinsteigenden zu verstehen? Gemeint sind Talente, die eigentlich für Beruf A ausgebildet wurden, sich aber auf Beruf B bewerben. Es handelt sich also um fachfremde Bewerber:innen, die nicht über eine branchenübliche Berufsausbildung verfügen.

Stand diese Bewerbendengruppe früher in Recruiterkreisen nicht so hoch im Kurs, kommen Arbeitgeber zunehmend auf den Geschmack und zeigen sich offen gegenüber Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern. In ihren Jobinseraten vermerken sie sogar immer häufiger sehr explizit: „Auch fachfremde Bewerbende willkommen.“

Unternehmen sind zunehmend offen für Quereinsteiger:innen

Woher kommt dieser Denkwandel? Das ist auf verschiedene Gründe zurückzuführen. Unter anderem haben Unternehmen erkannt, dass die Innovationskraft steigt, wenn sich ein gewisser Anteil an fachfremden Personen in einem Team befindet. Dafür gibt es einen bestimmten Grund: Quereinsteiger haben (noch) keinen Tunnelblick, den fachlich ausgebildete Kollegen und Kolleginnen schon eher nach ein paar Jahren im Job entwickeln. Daher nähern sich Fachfremde Projekten und beruflichen Fragestellungen von einer anderen Seite als ihre Kolleginnen und Kollegen an. Im Endeffekt fallen die gemeinsamen Arbeitsergebnisse oft innovativer aus.

Es gibt aber noch einen zweiten Grund, der dazu führt, dass sich immer mehr Arbeitgeber für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger interessieren. Wegen des War for Talents sind Fachkräfte in vielen Bereichen inzwischen extrem rar. Und wenn Unternehmen bei der Personalsuche nicht mehr ganz so genau darauf schauen, ob ein Talent perfekt für eine Stelle geeignet ist oder nicht, erweitern sie ihren Recruiting-Radius und können offene Stellen schneller besetzen.

Arbeitgeber sind bereit, Quereinsteigende On the Job zu trainieren

Laut einer aktuellen Studie des Karriereportals Monster haben 91 Prozent der Arbeitgebenden Probleme, Bewerber:innen zu finden, deren Skill-Set genau zu einer ausgeschriebenen Stelle passt. 63 Prozent der befragten Recruiter sind daher bereit, Talente aus einem anderen Fachgebiet einzustellen und diese dann entsprechend zu trainieren.

Bei Talenten stoßen Unternehmen damit auf offene Ohren. Insbesondere die jüngeren Generationen träumen nicht mehr von einer Lebenskarriere in ein und demselben Job, sondern wollen sich in ihrem Berufsleben immer wieder verändern. Nie waren Talente also aufgeschlossener gegenüber einem Quereinstieg als heutzutage.

Akademiker:innen haben keine Angst vor Sprüngen im Lebenslauf

Vor allem Akademikerinnen und Akademiker nutzen die neue Offenheit von Unternehmen gegenüber fachfremden Bewerbenden, wie eine Studie von Viasto unter mehr als 1.000 Beteiligten ergab. Die Untersuchung wurde zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen Respondi durchgeführt und zeigt, dass der Anteil der Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger in diesen Bereichen besonders hoch ist:

  • Im Medien-Umfeld (54 Prozent)
  • In der der Logistik-Branche (58 Prozent)
  • In der Wirtschaft und Verwaltung (40 Prozent)

Am wenigsten Fachfremde gibt es im naturwissenschaftlichen Bereich. Hier liegt der Anteil bei 18 Prozent.

Quereinstieg in den öffentlichen Dienst – lange nicht denkbar

Auch Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes machen sich zunehmend lockerer, wenn es um die Einstellung von Quereinsteiger:innen geht. Wissenschaftler:innen, die zum Beispiel lange in Forschung und Lehre gearbeitet haben und bei einem öffentlichen Arbeitgeber nach einer neuen Perspektive suchen, haben außerhalb der Universitätsmauern durchaus attraktive Quereinstiegs-Möglichkeiten. In Ämtern werden leitende Stellen zum Beispiel gerne mit promovierten Bewerber:innen besetzt.

Auch im Lehrer:innenberuf sind Quereinsteiger:innen zunehmend willkommen. In einigen Bundesländern, zum Beispiel in Hessen, können Talente inzwischen auch ohne Abschluss eines Lehramtsstudiums eine Lehrer:innen-Karriere an Schulen starten. Allerdings müssen sie dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Sie brauchen:

  • einen universitären Studienabschluss in einem festgelegten Mangelfach
  • einen Studienabschluss mit mindestens der Gesamtnote „befriedigend“

Außerdem sind Sie aufgefordert, Studien- und Prüfungsleistungen vorzuweisen, aus denen sich ein zweites Fach ableiten lässt, das sie später als Lehrer:in unterrichten können.

Rekrutieren wir bald nur noch fachfremde Talente?

Es bedarf keines Blickes in die Glaskugel, um zu wissen, dass sich der Trend zum Quereinsteiger:innen Recruiting weiter manifestieren wird. Streng genommen werden in Zukunft eigentlich nur noch fachfremde Talente gesucht. Das liegt daran, dass sich Jobs und Jobinhalte künftig immer schneller und schneller wandeln.

Laut des Future Jobs Report des World Economic Forums werden fast zwei Drittel der heutigen Grundschüler später in Jobs arbeiten, die es heute noch gar nicht gibt. Viele davon werden sich erst während ihres Berufslebens sehr dynamisch entwickeln. Die nächste Generation, die auf den Arbeitsmarkt strömt, muss sich also darauf gefasst machen, sich permanent in immer neue Aufgabenfelder einzuarbeiten.

Wie sieht das Recruiting der Zukunft aus?

Das hat natürlich massive Auswirkungen auf die Personalbeschaffung. Künftig werden Sie als Recruiter:in nicht mehr klassisch in ihren Jobinseraten zum Beispiel nach dem Content Manager oder Industriekaufleuten Ausschau halten. Stattdessen werden Sie eher nach Qualifikationen, Vorerfahrungen und Soft Skills suchen, die für einen bestimmten Job die nötige Voraussetzung sind. Die Stellenanzeige der Zukunft wird also anders gestaltet sein als die aktuellen Formate. Auf diesem Weg begleiten wir Sie natürlich gerne!

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